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Seit 1731 besteht das Haus der Getreuen, 1836 erhielt es seine erste Konzession. Von dem Diener Friedrich des Fürsten, der aus dem Oldenburgischen stammte, hatte man gehört, dass Bismarck gerne Kiebitzeier äße. Er wurde öfter dabei beobachtet, wenn er zur Legezeit im restaurant des Reichstages Kiebitzeier aß. Recherchen bestätigen diese Erzählung. Kiebitzeier waren in der mit vielen Brüchen durchsetzten Mark Brandenburg eine Delikatesse, die man sich leisten konnte. Diese kleinen grünlichen, mit dunklen Sprenkeln versehenen Eier aß man ganz hart gekocht, d. h. man aß nur das Eigelb, das man mit einer Gabel mit Butter verknetete. Wie man drauf kam, 101 Kiebitzeier zu schicken, wird immer im dunklen bleiben. Es gehen darüber die merkwürdigsten Geschichten um.
Wer waren die Getreuen Im jetzigen Gasthof "Haus der Getreuen" tagte seinerzeit ein Stammtisch jeverscher Bürger, der auch gern von Leuten vom Lande, die gerade in der Stadt waren, aufgesucht wurde. Dort erzählte man sich nicht nur die Stadtneuigkeiten, sondern nahm auch regen Anteil am politischen Geschehen. Es waren seinerzeit: Wilhelm Mettcker, den man spaßeshalber den "Obergetreuen" nannte und der unter dem Namen "Onkel Wilhelm" eine stadtbekannte Persönlichkeit war; Rudolf Mettcker, Ratsherr August Müller, Zunken, Anton Keling, Gutsbesitzer Brader, Rentmeister Meinarbus, Veteran von 1815, Sonnekes und Bierbrauereibesitzer Theodor Fetköter.
Die Getreuen bestehen auch heute noch Jährlich am 1. April kommt eine Anzahl alter und junger Bürger des Jeverlandes zusammen, um des Geburtstages des Altreichskanzlers zu gedenken. Das ist beileibe keine museale Veranstaltung. Im Mittelpunkt des Abends steh ein Vortrag, der sich mit der Frage beschäftigt: Was würde Bismarck tun, wenn er jetzt das Sagen hätte?

Mittwoch, 15. November 2006/web269
Letzte Änderung: 23.03.10/web269
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